Klaus von Münchhausen:
Geheime Reichssache Auschwitz

24,80

Klaus von Münchhausen:
Geheime Reichssache Auschwitz

Hitlers Befehle zum Völkermord an den Ostjuden

Bielefeld 2016

380 Seiten, inkl. 60 Seiten Abbildungen und Dokumente

ISBN 978-3-86039-032-0

Kategorie:

Beschreibung

Die neuen Forschungsergebnisse widersprechen der mehrheitlichen Lehrmeinung der Holocaustforscher: Befehle zur Gettoisierung der polnischen Juden und ein umfassender Völkermordbefehl Hitlers an Himmler werden dokumentiert. Der Kriegsverlauf gegen die Sowjetunion veränderte die geplanten Völkermorde: Die „Germanisierung“ sollte im Winter 1941 durch Aushungern der Städte und Vertreibung vieler zehn Millionen Polen, Ukrainer, Weiẞrussen und Russen einschlieẞlich der jüdischen Bevölkerung über das Uralgebirge geschehen. Die militärischen Misserfolge an der Ostfront ab September 1941 führten zum Giftgaseinsatz vornehmlich gegen die jüdische Bevölkerung. Der Umbau von Auschwitz-Birkenau zum Vernichtungslager erklärt sich durch die Gegenoffensive der Roten Armee vor Moskau im Dezember 1941 und zunehmende Partisaneneinsätze bis an die neuen Ostgrenzen des Deutschen Reiches. Ab 1942 war Auschwitz öffentlich zugänglich; dennoch: Die Tarnung des Holocaust war Teil der langfristigen politischen Strategie der NS-Führung.

Klaus v. Münchhausen, wurde im Jahr 2014 am Historischen Seminar der Universität Hamburg mit der Dissertation „Geheime Reichssache Auschwitz“ promoviert. Der Dokumentenanhang belegt seine Ergebnisse und seine Fundamentalkritik an zahlreichen Streitfällen der Holocaustforschung. Der Historikerstreit, etwa, ob Hitler überhaupt, und wenn ja, wann, einen Befehl zur Vernichtung der europäischen Juden gegeben habe, dominiert bis heute die Fachdebatte. Dies ist leicht durchschaubar, denn die Initiative zu der Kontroverse kam nicht aus der Universitätsforschung, sondern aus dem damals der Bundesregierung – heute dem Bund und den Ländern – unterstellten Institut für Zeitgeschichte in München. Im Jahre 1977 erklärte dessen Direktor Martin Broszat in den institutseigenen ‚Vierteljahresheften für Zeitgeschichte‘: „Mir scheint […], dass es überhaupt keinen umfassenden allgemeinen Vernichtungsbefehl gegeben hat, das Programm’ der Judenvernichtung sich vielmehr aus Einzelaktionen heraus […] entwickelte.“ Dieser – nach Meinung des Autors – außerwissenschaftlichen Sicht schloss sich im Laufe der Jahrzehnte die Mehrheit der Holocaustforscher aus ganz widersprüchlichen Gründen an. Die Einen wollen Deutschlands Ehre retten und die Anderen untermauerten so ihre Kollektivschuldthese.

Ein schriftlicher „Führerbefehl“ zur Judenvernichtung wird heute mehrheitlich ebenso bestritten, wie etliche andere Dokumente, so der Befehl zur Ghettoisierung der polnischen Juden, der im Bundesarchiv Berlin nachgelesen werden kann. Dokumente zur dominanten Rolle Hitlers in der Judenvernichtung wurden von Institutsmitarbeitern, so von Hellmut Krausnick oder Hans Mommsen verschwiegen, verleugnet oder falsch zitiert. Beispiel Hitler-Befehl zum Völkermord: Am 7. Oktober1939 erteilte Hitler einen Geheim-Erlass, in dem unter seiner Federführung der SS-Reichsführer Himmler und eine neue SS-Sonderbehörde („Reichskommissar zur Festigung deutschen Volkstums“) den ‚schädigenden Einfluss volksfremder Bevölkerungsteile, die eine Gefahr für das Reich darstellten „ausschalten“ sollte. Mitunterzeichner des Geheim-Erlasses waren Göring (Reichsverteidigungsrat), Lammers (Chef der Reichskanzlei) und der Chef der Wehrmacht Keitel. Dies war Hitlers umfassender Völkermordbefehl, der Europas Juden ausdrücklich einbezog. Bei Massenmordaktionen an Juden wie Nichtjuden in Polen beriefen sich Himmler und SS-Generäle in ihren schriftlichen Befehlen ausdrücklich auf den Hitler-Erlass.

Himmler und Göring erarbeiteten auf Befehl Hitlers im Frühjahr 1941 in Vorbereitung des Krieges gegen die Sowjetunion Vernichtungspläne für dreißig bis fünfzig Millionen Osteuropäer, zu denen namentlich auch die Ostjuden zählten. Die Aushungerung der Städte und zehnmillionenfache Vertreibung im Winter 1941 nach Sibirien in den Hunger- und Erfrierungstod waren die schriftlich fixierten Völkermordpläne.

Der Stopp des deutschen Blitzkrieges und der Stellungskrieg der Wehrmacht vor Moskau sowie die sowjetischen Gegenoffensiven führten zum Massenmord an den polnischen Juden mit Giftgas im Generalgouvernement und nach deren Ende den Bau eines zentralen Vernichtungslagers in Auschwitz im Deutschen Reich, da sowjetische und polnische Partisanen Vernichtungslager in den besetzten Gebieten im Osten unmöglich machten. Die Umwandlung des Kriegsgefangenenlagers Auschwitz in ein Vernichtungslager war die Folge der Kriegsereignisse, nicht aber einer zufälligen Entwicklung wegen angeblicher Entscheidungsschwäche Hitlers.

Hitlers ursprünglicher, mit dem Ostfeldzug gescheiterter Plan war die völkermörderische Vertreibung der Juden nach Sibirien inmitten der slawischen Völker. Die mit zahlreichen, bislang ungenutzten – auch militärgeschichtlichen – Dokumenten belegte Arbeit verändert das Geschichtsbild über den Holocaust grundlegend.

Bislang nicht veröffentliche Baupläne weisen nach, dass Himmler für sich und die SS-Generalität im Vernichtungslager eine großzügige Residenz, Erholungseinrichtungen und eine Feierhalle für die Zeit nach dem Endsieg in einem Europa ohne Juden bauen ließen. Das Vernichtungslager sollte für Massenmorde an weiteren Zielgruppen genutzt werden und war unter anderem durch Baumaßnahmen und besondere Landschaftplanung mit umfangreicher Tarnung versehen worden, die heute noch teilweise erhalten ist.

Zusätzliche Information

Gewicht 0.498 kg